
Preisgestaltung für Werkstätten: Wie du 30% mehr Gewinn machst – ohne Kunden zu verlieren
Das Preisproblem der meisten Werkstätten
Du machst gute Arbeit. Du hast zufriedene Kunden. Aber dein Gewinn ist niedrig. Warum?
Weil du unterpreist bist.
Das ist nicht deine Schuld. Die meisten Werkstätten unterpreisen sich. Sie schauen, was die Konkurrenz kostet, und unterbieten sie um 10-20%. Das ist ein Fehler.
Die Psychologie der Preisgestaltung
Menschen verbinden Preis mit Qualität. Ein billiger Preis bedeutet billige Qualität. Ein hoher Preis bedeutet hohe Qualität.
Das ist nicht rational. Aber es ist wahr.
Wenn du deine Preise erhöhst, werden manche Kunden gehen. Aber neue Kunden werden kommen – Kunden, die Qualität schätzen und bereit sind, dafür zu zahlen.
Die 3 Preisgestaltungs-Strategien
1. Kostenbasierte Preisgestaltung
Das ist die einfachste Methode. Du berechnest deine Kosten und addierst einen Gewinn.
Beispiel:
- Teile: 100 Euro
- Arbeit (2 Stunden à 50 Euro): 100 Euro
- Gewinn (30%): 60 Euro
- Gesamtpreis: 260 Euro
Das Problem: Diese Methode ignoriert den Wert, den du schaffst.
2. Wertbasierte Preisgestaltung
Das ist die beste Methode. Du berechnest den Wert, den du für den Kunden schaffst.
Beispiel:
- Der Kunde spart 500 Euro, weil du eine teure Reparatur vermeidest
- Du kannst 50 Euro für diese Beratung berechnen
- Das ist fair – der Kunde spart 450 Euro, du verdienst 50 Euro
Das Problem: Es ist schwer zu berechnen.
3. Marktbasierte Preisgestaltung
Das ist ein Kompromiss. Du schaust, was der Markt kostet, und positionierst dich entsprechend.
Beispiel:
- Der Markt kostet durchschnittlich 150 Euro pro Stunde
- Du bist besser als der Durchschnitt
- Du berechnest 180 Euro pro Stunde
Das Problem: Du bist immer noch abhängig vom Markt.
Wie du 30% mehr Gewinn machst
Die Antwort ist einfach: Erhöhe deine Preise.
Aber nicht einfach so. Mit Strategie.
1. Erhöhe deine Preise graduell
Nicht um 30% auf einmal. Das verlierst du Kunden. Sondern um 5-10% alle 6 Monate. Nach 2 Jahren hast du 30% mehr Gewinn.
2. Rechtfertige deine Preise
Wenn du deine Preise erhöhst, erkläre warum:
- "Wir haben neue Ausrüstung gekauft"
- "Unsere Mitarbeiter haben sich weitergebildet"
- "Wir bieten jetzt besseren Service"
3. Biete Mehrwert
Wenn du deine Preise erhöhst, gib mehr:
- Längere Garantie
- Bessere Kommunikation
- Schnellere Reparaturen
- Kostenlose Inspektionen
4. Segmentiere deine Kunden
Nicht alle Kunden sind gleich. Manche zahlen gerne mehr für besseren Service.
Biete an:
- Standard-Service (Günstig, aber gut)
- Premium-Service (Teuer, aber sehr gut)
- VIP-Service (Sehr teuer, aber persönlich)
Die Zahlen
Wenn du deine Preise um 10% erhöhst und 5% der Kunden verlierst, steigt dein Gewinn um 5%. Das ist nicht schlecht.
Aber in der Realität verlierst du nicht 5% der Kunden. Du verlierst vielleicht 1-2%. Weil deine Kunden deine Qualität schätzen.
Fazit: Preisgestaltung ist eine Kunst
Die meisten Werkstätten unterpreisen sich. Nicht, weil sie müssen. Sondern weil sie nicht wissen, wie man richtig preist.
Wenn du deine Preise erhöhst und mehr Wert anbietest, wirst du nicht nur mehr Gewinn machen – du wirst auch bessere Kunden anziehen.
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Dein nächster Schritt
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Inge Brinke
Expertin für Förderung und Unternehmensführung im KFZ-Bereich. Unterstützt Betriebe dabei, staatliche Zuschüsse optimal zu nutzen.
