
Recruiting in der Krise: Warum Employer Branding die einzige Lösung ist, wenn der Markt überlaufen ist
Der Markt ist überlaufen – aber nicht mit Fachkräften
Es ist paradox. Der Arbeitsmarkt ist überlaufen mit Bewerbungen. LinkedIn ist voll mit Recruiting-Anzeigen. Jede Werkstatt sucht verzweifelt nach Fachkräften. Und trotzdem: Die richtigen Menschen finden sich nicht.
Das Problem ist nicht, dass es keine Fachkräfte gibt. Das Problem ist, dass alle Werkstätten das Gleiche machen. Sie posten eine generische Anzeige, hoffen auf Bewerbungen und wundern sich, warum nur unqualifizierte Kandidaten anbießen.
Die Realität ist hart: Gute Fachkräfte brauchen dich nicht. Du brauchst sie.
Und das ändert alles.
Die alte Recruiting-Strategie funktioniert nicht mehr
Vor 10 Jahren funktionierte Recruiting einfach: Anzeige raus, warten, beste Kandidaten aussuchen. Der Markt war Arbeitgeber-dominiert. Es gab mehr Angebot als Nachfrage.
Heute ist es umgekehrt. Es gibt mehr Nachfrage als Angebot – zumindest nach guten Fachkräften. Und die besten Leute haben Optionen. Sie können sich aussuchen, wo sie arbeiten.
Das bedeutet: Die alte Recruiting-Strategie ist tot. Die neue Strategie heißt Employer Branding.
Was ist Employer Branding und warum ist es so wichtig?
Employer Branding ist nicht HR-Jargon. Employer Branding ist Marketing – nur für Mitarbeiter statt für Kunden.
Es geht darum, dass potenzielle Mitarbeiter deine Werkstatt als attraktiven Arbeitgeber wahrnehmen – bevor sie sich überhaupt bewerben.
Hier ist die Psychologie: Wenn ein guter Fachmann eine Stelle sucht, schaut er nicht nur auf die Anzeige. Er schaut auf:
- Wie wird die Werkstatt online dargestellt?
- Was sagen andere Mitarbeiter über den Betrieb?
- Wie ist die Unternehmenskultur?
- Gibt es Entwicklungsmöglichkeiten?
- Wer sind die Menschen, die dort arbeiten?
Wenn deine Werkstatt online unsichtbar ist, wenn es keine Bewertungen gibt, wenn deine Social Media tot ist – dann denkt der gute Fachmann: "Das ist wahrscheinlich ein chaotischer Betrieb. Ich bewerbe mich lieber woanders."
Das ist Employer Branding. Oder vielmehr: Das Fehlen von Employer Branding.
Die Wahrheit über den Fachkräftemangel
Der "Fachkräftemangel" ist ein Mythos. Es gibt genug Fachkräfte. Das Problem ist: Sie wollen nicht bei dir arbeiten.
Warum? Weil du nicht sichtbar bist. Weil dein Betrieb wie tausend andere aussieht. Weil es keinen Grund gibt, sich ausgerechnet bei dir zu bewerben.
Die Betriebe, die Fachkräfte finden, sind nicht die mit den höchsten Gehältern. Die Betriebe, die Fachkräfte finden, sind die mit dem besten Ruf. Die mit der stärksten Employer Brand.
Das ist die unbequeme Wahrheit.
Die 3 Säulen von erfolgreichem Employer Branding
Wenn du Fachkräfte anziehen willst, musst du drei Dinge tun:
1. Zeige deine Kultur
Gute Fachkräfte wollen wissen, wie es ist, bei dir zu arbeiten. Sie wollen sehen, wie dein Team zusammenarbeitet. Sie wollen wissen, ob der Chef ein Diktator oder ein Partner ist.
Das bedeutet: Poste Fotos von deinem Team. Erzähle Geschichten von Projekten. Zeige, wie ihr Probleme löst. Zeige die Menschen, nicht nur die Maschinen.
Beispiele:
- "Montag-Morgen-Meeting: Wie wir unsere Woche planen"
- "Unser Azubi beim ersten großen Projekt – und wie er es geschafft hat"
- "Team-Ausflug: Warum Zusammenhalt wichtig ist"
Diese Inhalte sind nicht "unprofessionell". Sie sind authentisch. Und authentizität zieht gute Menschen an.
2. Sei transparent über Entwicklung
Gute Fachkräfte wollen wissen: Kann ich hier wachsen? Kann ich mich weiterentwickeln? Oder bin ich in 5 Jahren noch am gleichen Punkt?
Das bedeutet: Erzähle von Weiterbildungen. Zeige Karrierepfade. Erzähle von Mitarbeitern, die bei dir angefangen haben und jetzt Meister oder Betriebsleiter sind.
Beispiele:
- "Unser Meister war vor 10 Jahren Azubi – hier ist seine Geschichte"
- "Weiterbildung: Warum wir unsere Mitarbeiter in Kurse schicken"
- "Karrierepfade in unserer Werkstatt: Von der Ausbildung zur Führungsposition"
Das ist nicht nur Marketing. Das ist ein Versprechen: "Bei uns kannst du wachsen."
3. Schaffe eine Arbeitgeber-Community
Die besten Fachkräfte werden nicht durch Anzeigen gefunden. Sie werden durch Empfehlungen gefunden.
Das bedeutet: Schaffe eine Community von Menschen, die gerne bei dir arbeiten. Menschen, die ihre Freunde empfehlen. Menschen, die auf LinkedIn über ihre Arbeit posten.
Wie? Indem du ihnen einen Grund gibst. Indem du sie wertschtätzt. Indem du ihre Erfolge feierst. Indem du ihnen zeigst, dass sie Teil von etwas Größerem sind.
Beispiele:
- "Mitarbeiter des Monats" – und warum
- "Erfolgsgeschichten" – echte Projekte, echte Ergebnisse
- "Danke-Posts" – wenn Mitarbeiter besonders gute Arbeit leisten
Der ROI von Employer Branding
Du denkst vielleicht: "Das kostet Zeit. Das ist nicht effizient."
Falsch. Das ist die effizienteste Investition, die du machen kannst.
Hier sind die Zahlen:
Ohne Employer Branding:
- Du postest eine Anzeige
- Du bekommst 50 Bewerbungen
- 45 sind unqualifiziert
- 5 sind qualifiziert, aber wählen einen anderen Betrieb
- Du findest niemanden
Mit Employer Branding:
- Du bist sichtbar
- Gute Fachkräfte kennen deinen Betrieb
- Du bekommst 20 Bewerbungen
- 15 sind qualifiziert
- 10 wählen dich, weil sie deine Kultur kennen und lieben
- Du findest die besten Menschen
Das ist nicht nur effizienter. Das ist ein anderes Spiel.
Die praktische Umsetzung: Wie du dein Employer Branding startest
Du brauchst nicht viel. Du brauchst nur einen Plan.
Woche 1-2: Audit
- Schau dir deine Online-Präsenz an. Wie wirkst du als Arbeitgeber?
- Frag deine Mitarbeiter: "Würde du dich hier bewerben?"
- Schau, was deine Konkurrenz macht
Woche 3-4: Strategie
- Definiere deine Employer Brand: Was macht dich als Arbeitgeber einzigartig?
- Wer ist dein Ziel-Kandidat?
- Welche Kanäle nutzt er? (LinkedIn, Instagram, TikTok, Google?)
Woche 5+: Umsetzung
- Starte mit 1-2 Posts pro Woche über deine Kultur
- Erzähle Mitarbeiter-Geschichten
- Sei transparent über Gehalt, Entwicklung, Kultur
- Antworte auf Fragen und Kommentare
Das ist nicht kompliziert. Das ist nur konsequent.
Die Wahrheit über den Fachkräftemangel – nochmal
Es gibt keinen Fachkräftemangel. Es gibt einen Arbeitgeber-Mangel.
Es gibt nicht genug Betriebe, die es verstanden haben: Gute Menschen wollen nicht nur Geld. Sie wollen Sinn. Sie wollen Kultur. Sie wollen Entwicklung. Sie wollen Teil von etwas Größerem sein.
Die Betriebe, die das verstanden haben, haben kein Recruiting-Problem. Sie haben ein "Zu viele Bewerbungen"-Problem.
Fazit: Employer Branding ist nicht optional
Der Markt ist überlaufen. Das ist wahr. Aber nicht mit guten Fachkräften. Mit schlechten Bewerbungen.
Die Lösung ist nicht, mehr Anzeigen zu schalten. Die Lösung ist, sichtbar zu werden. Die Lösung ist Employer Branding.
Wenn du das verstanden hast, ändert sich alles. Du wirst nicht mehr nach Fachkräften suchen. Sie werden dich suchen.
Das ist die Zukunft des Recruitings. Und die Zukunft beginnt jetzt.
Bereit, dein Employer Branding zu starten? Buche jetzt dein kostenloses Erstgespräch mit unserem Team. Wir zeigen dir, wie du aus einem unsichtbaren Betrieb zum Arbeitgeber der Wahl wirst.
Dein nächster Schritt
Lass uns gemeinsam prüfen, wie wir deinen Betrieb sichtbarer und unabhängiger machen können.

Inge Brinke
Expertin für Förderung und Unternehmensführung im KFZ-Bereich. Unterstützt Betriebe dabei, staatliche Zuschüsse optimal zu nutzen.
